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Mosterei in Reinbek bei Hamburg

Marianne und Wilfried Marquardt
21465 Reinbek, Hermann-Körner-Strasse 15, Tel.: 040 / 722 18 98
E-Mail: Reinbeker@Hobbymosterei.de

 

F&A-Reinigungstechnik

 

Inhalt dieser Seite:

  1. Kalziumablagerungen aus Flaschen entfernen (01.11.2006)
  2. Flaschen von Schimmelverkrustungen reinigen (22.03.2009)
  3. Reinigung geschlossener Systeme (26.04.2009)


Kalziumablagerungen aus Flaschen entfernen

Frage
Auf Ihrer Homepage
http://www.mostpresse.de/Flaschenreinigung/flaschenreinigung.html zeigen Sie ein Flaschenwaschgerät zur Innenreinigung (mit Schaufelrad-Wasserantrieb), das mich sehr interessiert.

Ich bin kein Heimbrauer oder Winzer aber dieses Gerät könnte die Lösung für die Reinigung meiner Flaschensammlung (Sodawasserflaschen, Siphonflaschen) sein. Alte Kalkablagerungen sind hartnäckig und nicht sehr schön anzusehen und mit den bisher verwendeten Mittel nicht zum Verschwinden zu bringen. Sie sehen, das Gerät auf Ihrer Homepage hat bei mir Hoffnungen geweckt.

Hiermit möchte ich Sie anfragen, ob Sie ausnahmsweise bereit sind, dieses Gerät auch gegen Vorauskasse zu versenden. Es ist selbstverständlich, dass ich Ihre Aufwendungen vollumfänglich übernehme.
Mit freundlichen Grüssen aus der Schweiz

Antwort von Wilfried Marquardt am 01.11.2006
Auf der Seite "Kaufhinweis" haben wir begründet, weshalb wir nicht versenden wollen, auch ausnahmsweise nicht.

Die Kalkablagerungen in Ihren Flaschen können Sie aber kostengünstiger und schonender beseitigen. Füllen Sie eine Flasche mit Essig, lassen diese 1 Tag stehen und gießen den Essig am Folgetag in Flasche 2 u.s.w.


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FlaschendrillbuersteFlaschen von Schimmelverkrustungen reinigen

Frage
Durch Ihre kompetente und äußerst informative Seite habe ich (Kunde einer kleinen lokalen Apfel-Mosterei) viele neue Informationen bekommen. Vielen Dank.

Darf ich noch eine Frage stellen? Weil ich nicht gleich zum Spülen gekommen bin, hat sich in einigen meiner Apfelsaftflaschen (Glas, 1 Liter, enger Hals, Kronkorkenverschluss) am Boden auf den Saftresten grüner, teilweise auch an den Flaschenwänden grauer Schimmel gebildet. Kann ich die Flaschen wiederverwenden? Wenn ja, wie sind sie zu reinigen?

Antwort von Wilfried Marquardt am 22.03.2009
Die Flaschen können auf jeden Fall wiederverwendet werden, nach dem der fest angetrocknete Schimmelbelag entfernt ist, weil Glas im Gegensatz zu Holz keine Poren hat, in denen sich Schimmelpilze verkriechen können.

Vor der eigentlichen Reinigung sind die betroffenen Flaschen einzuweichen. Hierfür die Flaschen mit Wasser füllen und 2 Tage stehen lassen. Danach Flaschen leeren und mit Flaschenbürste reinigen.

Bei sehr fest anhaftenden Belägen zeigen Flaschenbürsten mit Borsten aus Kunststoff oder Naturmaterialien keine befriedigende Reinigungswirkung. In diesem Fall sind Reinigungsbürsten aus Metall einzusetzen. Entweder mit der Flaschendrillbürste als Handgerät oder mit dem komfortableren Waschgerät mit Wasserkraftantrieb.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit der Reinigung.

 


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Reinigung geschlossener Systeme

Frage
Zuerst einmal ein ausgesprochenes Lob für Ihre unschätzbaren - weil aus praktischer Erfahrung stammenden - Hinweise aus Ihrer Mosterei.

Ich leite für einen Obst- und Gartenbau-Verein (OGV) seit mehreren Jahren eine Mosterei mit 40 000 bis 70 000 Liter Jahressaftleistung mit fast ausschließlicher Abfüllung in Bag in Box. Das Problem ist, dass bei einigen Mitgliedern 2007 die Beutel aufgrund Pilzbefall schlecht geworden sind. Die Erwärmung erfolgte auf 79 bis  82 Grad mittels  Plattenwärmetauscher.

Nun zu meinem Kenntnissstand: Ein Dr. für Getränketechnologie aus Weihenstephan/Freising sagte mir telefonisch, dass bei einer Abfülltemperatur über 80 Grad keine Probleme auftauchen sollten. Er meint, bei uns liegt es vermutlich an Reinfektionen am Abfüller (der Saft wird nach der Erwärmung noch kurz zwischengebunkert).
Komisch ist, dass wir die Jahre vorher keine Probleme hatten. Zudem meinte er, dass die Mikroorganismen "Zwischenstadien" entwickeln können, d. h. nicht nur Sporen und Keime, sondern Stadien, die nach längerem "Todeskampf" im Beutel sich wieder regenerieren können (angekeimte Sporen). Zur Frage der Hygiene sagte er, dass ein Durchspülen der Anlage mit Separatorenreiniger und heißem Wasser (80 Grad) reichen würde. Mir gegenüber geäußerte und völlig anderes lautende Empfehlungen der Reinigungsindustrie sind für ihn überwiegend Geschäftemacherei.
Meine weiteren Recherchen ergaben unterschiedliche und letztendlich nicht befriedigende Ergebnisse.
Ein Fachberater für Gartenbau sagte mir, dass von seinen zwei Partien diejenige vollständig umgekippt ist, die stark mit Erde verschmutzt war (der/die Pilz(e) befindet  sich v. A. in der Erde).
Der Bag in Box Lieferant meinte u. A. das eine umfassende Desinfektion der Anlage unentbehrlich ist, des Weiteren, dass die Beutel keinem Schwitzwasser bei der Lagerung ausgeliefert sein dürfen und dass beim Umpumpen des Saftes ggf. der Saft beim Leerlauf der Pumpe dieser mit Sauerstoff angereichert wird.

Meine Fragen lauten: Haben Sie schon mal Probleme mit Bag in Box -Abfüllung bzgl. Pilzbefall gehabt? Wenn ja, woran glauben Sie, liegt dies vor allem? Wie reinigen Sie ihre Anlage? Ist die von Ihnen praktizierte umfangreiche Vorsortierung des Obstes wirklich so wichtig? Wenn ja, auch für die Haltbarkeit?

Antwort von Wilfried Marquardt am 26.04.2009
Ihren Ausführungen entnehme ich, dass Sie die Ursache des Schimmelbefalls hauptsächlich in der Abfüllanlage, als letzten Teil der Produktionskette, vermuten. Hilfreich wäre für mich auch zu wissen, welche Maschinen und Geräte für die gesamte Obstverarbeitung verwendet werden. Zur Obstqualität und über die Effektivität der Obstwaschanlage führen Sie leider nichts aus.

Das bei Ihnen anstehende Problem ist durch die Summierung verschiedener Vernachlässigungen entstanden. Wenn Sie auf www.hobbymosterei.de den Bereich F&A aufmerksam durchgelesen haben, finden Sie die Ursachen, bis auf die Reinigung der Abfüllanlage, bereits von mir erläutert. Die von Ihnen bisher befragten Fachleute haben Ihnen wesentliche Hinweise gegeben, die zu beachten sind. Wenn Sie alle Hinweise der Berater umsetzen, sollte „normalerweise“ kein Schimmelbefall mehr stattfinden können. Weil Ihre Schilderung der Produktionsabläufe jedoch unvollständig ist, kann ich in Ihrer Mosterei keine Normalität voraussetzen. Deshalb fasse ich nachfolgend die Kriterien der Obstverarbeitung kurz zusammen. Auf die Reinigung der Abfüllanlage gehe ich dabei tiefer ein.

Schimmelbildung in Bag in Box oder anderen Verpackungen entsteht,

  1. wenn angefaultes Obst verarbeitet wird.
    Je höher der Anteil angefaulter Früchte, um so höher ist die Abfülltemperatur zu wählen. Die Fäulnisbakterien sind relativ hitzeresistent. Hohe Koloniemengen können wahlweise mittels filtrieren oder mit Hitze bei 90 °C und etwa 20 Minuten Haltezeit eliminiert werden.
    Sie führen aus, dass die Erwärmung mit dem Plattenwärmetauscher um 80 °C erfolgt. Ist das die Temperatur am Ausgang des Wärmetauschers oder die Temperatur am Füllventil? Wenn wir uns über Abfülltemperatur unterhalten, ist dies immer die Temperatur des Produktes am Übergang des Füllventiles in die Verpackung.
     
  2. wenn mit Erde verschmutztes saures Obst und/oder Fallobst mit zeitlich längerem Erdkontakt verarbeitet wird.
    Die Erdbakterien reagieren bei saurem Obst (Äpfel, Quitten) ähnlich wie die Fäulnisbakterien und können, wie unter Ziffer 1 beschrieben, beseitigt werden. Bei Obst mit relativ geringer Säure (unter 3 Gramm/Liter Gesamtsäure wie z.B. Birnen) entsteht anstelle der Schimmelbildung eine übel riechende Fäulnisgärung. Die Erdbakterien entfalten ihre volle Produktivität im Temperaturbereich zwischen 55 bis 75 °C. Der von Erdbakterien entwickelte Gärungsdruck ist stärker, als bei den Weinhefen. Etwa 5 Tage nach der Abfüllung beginnen dünnwandige Behältnisse aus Glas oder Bag in Box zu platzen. Bei Lagertemperaturen unter 10 °C geht das zwar langsamer, aber es ist nicht aufzuhalten.
    Ihr Fachberater für Gartenbau hat das Problem mit dem Erdkontakt somit richtig erkannt.
     
  3. wenn produktberührte Maschinen, Geräte und sonstiges Zubehör unzureichend gereinigt wird. offenerWaermetauscher
    Es genügt z.B. nicht, die Schläuche nach Arbeitsende immer nur mit Trinkwasser zu spülen. Nach einer Woche Betrieb sind sie spätestens mit mehrfachem Durchlauf einer Schwammkugel zu reinigen. Eine gesonderte Reinigung gilt für alle Behältnisse und Hohlräume, die nicht offen zugänglich sind, insbesondere die Abfüllanlage.
    Ich nehme an, dass der von Ihnen eingesetzte Plattenwärmetauscher nicht in seine Einzelplatten zerlegbar ist und Sie somit auch keine Chance haben, den inneren Verschmutzungsgrad feststellen zu können.
    Allein aus diesem Grund habe ich mir seinerzeit einen Plattenwärmetauscher nicht in gelöteter Bauweise, sondern aus Einzelplatten mit Dichtungen von der Firma Alfa Laval anfertigen lassen. Nach Ende der ersten Saison zerlegte ich den Wärmetauscher und war über den relativ hohen Verschmutzungsgrad überrascht. Hatte ich doch nach jedem Arbeitsende den Wärmetauscher in Fließ- und Gegenfließrichtung mit Leitungswasserdruck gespült. Die glatten Edelstahl-Innenflächen waren insgesamt mit einem braunen Belag überzogen. An den Dichtungsnähten war der Belag dunkler und rauer. Mit schrubben und scheuern ließen sich die Beläge nicht entfernen. Ich erinnerte mich an einen Fachbeitrag in „Flüssiges Obst“ und mischte mir eine Laugenlösung mit dem Wigol-Systemreiniger für ein Wannenbad an. Da hinein kamen die Platten. Am nächsten Tag waren die Platten frei von Belägen. Die Flächen sahen aus wie neu. Selbst die Lauge war nicht verfärbt und hatte noch den transparenten Farbton wie am Vortag. Am Wannenboden hatte sich lediglich eine feine Krümelschicht gebildet, das war alles.
    Reinigungsbad
    Wenn die Lauge nicht verfärbt ist, kann sie nochmals verwendet werden, weil die Reinigungskraft noch nicht aufgebraucht ist.
    Der Systemreiniger ist also das geeignete Reinigungsmittel für geschlossene Anlagen. Heute zerlege ich den Wärmetauscher nicht mehr für Reinigungszwecke, sondern gebe die Laugenlösung in den Vorlagebehälter des Reihenabfüllers, schließe den Wärmetauscher mit dem Abfüller und einer kräftigen Pumpe über Schläuche zu einem Kreislauf kurz. In 4 Intervallen von 3 Minuten Pumpzeit und 2 Stunden Standzeit wird so die Anlage gereinigt. Die Reinigungslauge wird nach jedem Intervall zunehmend dunkler. Behält die abgelassene Lauge nach Arbeitsende ihre Verfärbung auch noch nach 5 Stunden, ist sie zu entsorgen, weil die Reinigungskraft aufgezehrt ist. Abschließend wird die Abfüllanlage in Fließ- und Gegenfließrichtung jeweils etwa 2 Minuten mit Trinkwasser gespült.
    Die Spüldauer richtet sich nach dem Füllvolumen des Wärmetauschers. Meiner hat etwa 2 Liter und eine Leistung von 350 Liter/Stunde.
    Werden die Beläge im Wärmetauscher nicht entfernt, entsteht ein Nährboden für Bakterien. Dann greifen die Ausführungen Ihres Fachberaters aus Weihenstephan.

  4. wenn unvollkommen abgefüllt wird.
    Wenn Glasflaschen halbautomatisch oder von Hand abgefüllt werden, weiß die Abfüllperson, dass die Flasche nach dem Verschließen sofort gestürzt werden muss. Damit wird erreicht, dass eventuell an der Kappenunterseite anhaftende Hefen/Bakterien von der flüssigen Hitze abgetötet werden. Andernfalls können sich mögliche Lebewesen an der Kappenunterseite entwickeln, weil die Hitze des Luftpolsters im Flaschenhals für die Abtötung nicht genügt.
    Bei Bag in Box muss die Kappe ebenfalls einmal mit dem Heißprodukt Kontakt bekommen. Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass der Beutel ohne Luftblase verschlossen wird.

Zusammenfassend stelle ich fest, dass die Lebensmittel- und Betriebshygiene in Ihrer Mosterei vernachlässigt wurde.
Die laufende Reinigung der Abfüllanlage werden Sie ohne großen Aufwand schnell in den Griff bekommen. Schwieriger wird sich die Qualitätssteigerung bei der Rohware durchführen lassen, weil die Vereinsmitglieder und deren Mithelfer auf die Veränderungen eingestimmt bzw. überzeugt werden müssen. Auf jeden Fall können Sie davon ausgehen, dass nicht alle mitziehen werden. Machen Sie sich nichts daraus. Wenn es im Einzelfall dann schief geht oder der Saft hat einen muffigen Beigeschmack, wissen Sie wenigstens, dass es beim Anlieferer selbst gelegen hat.
Sie sollten sich überlegen, ein Obstannahmeprotokoll zu führen, in dem Sie die Qualitätsmerkmale protokollieren und dass Sie den Anlieferer auf die Folgen seines qualitativ schlechten Obstes belehrt haben. Als Leiter der Mosterei könnte das für Sie rechtlich mal bedeutsam sein, wenn ein Mitglied von seinem Saft ernsthaft erkrankt ist und der Hausarzt pflichtgemäß eine Anzeige auf Lebensmittelvergiftung startet.

Die obigen Ziffern 1 und 2 zur Obstqualität sind Voraussetzungen für einen guten Saft. Wir praktizieren dies seit Anbeginn unseres Hobbybetriebes und halten den Anspruch auch gegenüber den Obstanlieferern durch, weil wir nicht gewerblich sind und deshalb auch keine Kompromisse eingehen müssen. Als Ergebnis unserer Beharrlichkeit produzieren wir nicht nur einen qualitativ hochwertigen Saft, sondern sparen auch noch Energie bei der Flaschenabfüllung ein, indem wir im Mittel mit 65 °C abfüllen. Versuchen Sie das mal in Ihrer Mosterei mit angefaultem  und erdbehaftetem Obst.

Abschließend wünsche ich Ihnen Durchsetzungsvermögen bei der weiteren Umsetzung für einen unbelasteten Saft.


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