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Mosterei in Reinbek bei Hamburg

Marianne und Wilfried Marquardt
21465 Reinbek, Hermann-Körner-Strasse 15, Tel.: 040 / 722 18 98
E-Mail: Reinbeker@Hobbymosterei.de

 

F&A-Presstechnik

 

Inhalt dieser Seite

  1. Metall- und Holzbehandlung von Pressen (21.07.2004)
  2. Die richtige Pressenwahl (20.09.2004)
  3. Umgang mit der Packpresse (05.05.2005)
  4. Presse für 150 bis 200 Obstbäume gesucht (17.04.2005)
  5. Holzbehandlung von Presskörben (05.05.2005)
  6. Größenwahl bei Hydropressen (16.08.2005)
  7. Ganze Äpfel pressen (10.05.2006)
  8. Spindelkorbpresse im Holzgestell (14.07.2006)
  9. Pressdeckelhälfte gebrochen (22.08.2006)
  10. Schimmelflecken am Buchenholzpresskorb (27.09.2006)
  11. Gnade denen die mit Druckluft pressen, denn sie wissen nicht, was sie tun (03.01.2007)
  12. Profilholz von einem Presskorb erneuern (21.01.2007)
  13. Kreuztuch anstelle Pressbeutel (29.01.2007)
  14. Spindelkorbpresse mit Motorbetrieb (04.02.2007)
  15. Presse und Mühle restaurieren (26.07.2007)
  16. Effektive Presseinlagen (20.08.2007)
  17. Alternative Presseinlagen (11.09.2007)
  18. Umstieg bei Kräfteschwund (30.11.2007)
  19. Presseinlagen für die Korbpresse (30.01.2008)
  20. Wasserpresse mit Druckluft betreiben (23.06.2008)
  21. Rasterbolzen wenden (09.09.2008)
  22. Steuerung der Hydraulikpumpe für Packpresse (18.05.2010)


Metall- und Holzbehandlung von Pressen

Frage
Ich möchte ein alte Kelter wieder in Betrieb nehmen.
Können sie mir bitte sagen, mit was ich das gusseiserne Gefäß lackieren kann und mit was das Holz?
Selbstverständlich möchte ich Produkte, die ich guten Gewissens verwenden kann, da ich natürlich den Saft bzw. Wein trinken will.

Antwort von Wilfried Marquardt am 21.07.2004
wegen der Lebensmittel-Farben auf Gusseisen wenden Sie sich bitte an ein Farbenfachgeschäft.
Wir haben früher Kelterlack geführt. Auf der Dose konnte ich jedoch keine Aussagen über die Lebensmittel-Unbedenklichkeit finden. Ansonsten roch der Kelterlack wie normaler Kunstharzlack.

Wenn es sich um Eichenholz handelt, besuchen Sie die Seite „Holzbehandlung“ auf unserer Homepage. Dort habe ich die gesamte Prozedur beschrieben.


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Die richtige Pressenwahl

Frage
Ich bin dabei eine neue Apfelpresse zu kaufen und die Entscheidung liegt zwischen konventioneller Spindelkorb-Presse und Hydropresse.

Ich habe alle Ihre Tests gelesen, jedoch im Profibetrieb sind die Voraussetzungen doch anders als im Privatgebrauch.
Ums kurz zu machen: Wir keltern pro Jahr maximal 200 Liter zum Eigenbedarf, und benutzen dafür eine Spindelkokorb-Presse aus dem Hobbymarkt von 20 Ltr Inhalt. Gemahlen wird mit einem Ast-Häcksler von Viking (Korngrösse etwa 5 bis 10 mm). Äpfel sind ein Gemisch von “Triumpf” und "Viezapel" wie ich ihn nenne, da unbekannte Sorte.

Gewaschen wird mit der Hand, und bis jetzt habe ich immer nur kurz vor dem Pressen gehäckselt da ich glaube, dass der Most so schnell wie möglich gepresst werden sollte.

Der Arbeitsaufwand pro Kelter ist mir aber zu hoch, oder besser zu lang und will auf eine entweder grössere Kelter oder aber Hydropresse umstellen, damit in der gleichen Zeit mehr produziert wird. Dann bin ich vielleicht eher fertig als wie jetzt erst nach 4 Wochen. (Jeweils nach oder vor der regulären Arbeit).
Danach wird ja noch abgestanden und am folgenden Tag abgefüllt und eingekocht.

Angeboten wurde mir daher eine Spindelkorb-Presse von 63 Ltr oder zum gleichen Preis (560.- Euro) eine 20 Ltr Hydropresse, oder etwas teurer eine von 40 Ltr (670.- Euro).
Die Frage: Was rät der Fachmann? Soll ich auf moderne Technik umsteigen oder doch lieber beim klassisch-antiken Model bleiben?

Antwort von Wilfried Marquardt am 20.09.2004
Wenn Sie jung und kräftig sind, empfehle ich Ihnen die große Spindelkorbpresse. Bei dem Füllvolumen wird eine Handpressung wohl mit 40 Minuten anzusetzen sein. Wenn Sie Weidenböden als Drainageeinlagen verwenden, können Sie 15 Minuten pro Pressvorgang einsparen und zusätzlich noch einige Prozente an Saftausbeute gewinnen.
Die Maischelagen zwischen den Weidenböden nicht stärker als 6 cm und Weidenböden in Tuch einschlagen.

Der Pressvorgang bei Hydropressen ist mit 50 Minuten anzusetzen. Wenn Sie Zeitgewinn wollen, müssen Sie mehrere Hydropressen einsetzen oder gleich das 90-Liter-Modell wählen.

Die Korngröße Ihres Häckslers ist für eine optimale Saftausbeute zu groß. Bauen Sie noch einige Messer nach. So kommen Sie auf maximale Korngrößen von 6 mm. Unser Häcksler ist auch von Viking. Das Gehäuse habe ich jedoch auf Edelstahl umgerüstet. Geblieben sind die Messer, der Trichter und der Motor von Viking.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung.

Erfolgsmeldung des Fragestellers am 22.12.2004
Der Apfelsaft liegt schon lange im Keller und alles ist wie immer geputzt, und ausserdem warten schon andere Arbeiten auf ihre Fertigstellung.

Schlussendlich habe ich mich doch für eine 40 Liter Speidel Hydro-Presse entschieden. Dies aus folgenden Gründen:
Der persönliche Kraftaufwand ist doch geringer wenn man überhaupt davon sprechen kann.

Mit zusätzlichem Druckminderer (danke für ihren Tipp auf der Homepage) bleibt die Zeit, um wieder eine neue Ladung Äpfel zu säubern.

Die Putzdauer am Ende des Arbeitstages beläuft sich auf ein Minimum. Früher musste ich immer eine halbe Stunde lang mit der Wurzelbürste die Apfelstücke zwischen den Latten rausputzen. (hatte ja auch keinen Tropfsack)
Dazu kam noch, dass die grossen Kelter hier alle aus dem fernen Osten herstammen und deren Verarbeitung liess zu Wünschen übrig. Da blieb mir dann doch nur die Qualitätsauswahl von Speidel.

Ich bin sehr zufrieden mit dem Produkt und die Ausgaben habe ich nicht bereut.


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Umgang mit der Packpresse

FragePressbleche_im_Einsatz
Ich habe die Möglichkeit, eine gebrauchte Packpresse “100 P1” günstig zu erwerben. Können Sie die Presse empfehlen oder mir sagen, auf was ich achten sollte?

Antwort von Wilfried Marquardt am 05.05. 2005
Das Angebot sollten Sie annehmen. Wir hatten die gleiche Packpresse, jedoch mit Doppelschiebebiet (100 P2). Mit der Packpresse können Sie sogar die Kirschkerne knacken, so stark ist der Druck. Auf jeden Fall sollten Sie die Holzroste gegen 2 mm Edelstahlbleche oder 5 mm Alubleche tauschen. Ansonsten wird der Kirschtrester oder Maischen aus vollreifen Äpfeln bei Holzrosten in das Tuch gepresst. Der Trester lässt sich dann nur schwer mit einem Kunststoffspachtel entfernen. Tresterscheibe

Anbei 2 Fotos von der Packpresse mit Pressblechen und der “Tresterscheibe aus Apfelmaische”. Auf dem Foto mit der Tresterscheibe ist auch das sauber abgezogene Presstuch zu erkennen. Diese saubere und schnelle Tresterentnahme ist nur bei der Verwendung von Pressblechen möglich. Bei den Holzrosten wird die Maische im Hohlraum der Latten in das Tuch gepresst und verhakelt sich dort wie ein Klettenverschluss. Entsprechend zeitaufwändig ist die Trennung des Tresters vom Tuch und die Endreinigung der Presstücher nach Arbeitsende.

Das Arbeiten mit der Packpresse bedarf einer längeren Einarbeitungszeit und Aufmerksamkeit. Pressen Sie nicht zu schnell, sonst wird der Pressstapel schief und der Saft spritzt durch die Gegend. Fahren Sie also den Pressstapel nicht in einem Zug hoch. Unterbrechen Sie mehrfach, so dass der Saft ablaufen kann und sich nicht in den Lagen staut.

Geben Sie also nicht gleich auf. Ich habe 3 Jahre gebraucht, um mich mit dem System anzufreunden. Nachdem ich alle Varianten der Obstverarbeitung mit der Packpresse im Griff hatte, gab ich sie ab. Der körperliche Kraftaufwand und die aufwändige Raumreinigung wurde mir zu viel.


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Presse für 150 bis 200 Obstbäume gesucht

Frage
Sie bieten verschiedene Mostpressen an. Welche ist geeignet, um ca. 400 -600 l Saft zu pressen?
Wir haben ca 150 bis 200 Obstbäume, die so langsam alle zu tragen beginnen. Das heißt, dass die Erträge in den nächsten Jahren weiter steigen werden. Außerdem noch 10 Pflaumenbäume, aber die müssen nicht zu Saft verarbeitet werden.

Im Moment beginnen unsere Bäume langsam zu tragen. Ich weiß nicht, was alles daraus entsteht und bin durchaus offen für Vieles. Zur Zeit geht es in erster Linie um die Eigenproduktion. Nebenbei habe ich noch ca 20 Bienenvölker.

Ich denke, eine Hydropresse ist richtig, welche Größe, ist mir noch nicht klar. Reicht nach Ihrer Meinung für mich eine 90-Liter-Presse erst einmal aus?

Presskorb_anhebenAntwort von Wilfried Marquardt am 17.04.2005
Mit allen Pressen können Sie in der Saison 400 – 600 Liter Saft abpressen.

Wenn Sie die 90 Liter Hydropresse einsetzen, müssen Sie mit 2 Personen den Tresterkorb abheben oder Sie fertigen sich (wie ich) eine Seilhebevorrichtung an. Ansonsten ist die 90er Presse die richtige Wahl als Kompromiss zwischen Saftausbeute und Zeitablauf. Nehmen die Verarbeitungsmengen zu, erhöhen Sie die Pressleistung mit Einsatz weiterer 90er Pressen.

Mit kleineren Hydropressen wird die Saftausbeute erhöht, weil der Pressweg kürzer und damit der Pressdruck effektiver ist. Mit den 90er Pressen erhalten Sie im Mittel bis 65 % Saftausbeute, mit der 40er Presse etwa 69 % und mit der 20er etwa 75 %. Das alles bei Verwendung des Musermax. 
Mit den Hydropressen sollten Sie nur Kern- und Beerenobst abpressen. Die Steine von Steinobst sind scharfkantig und verletzen die Gummimembrane.

Bei Ihren Startvorgaben sollten Sie sich nicht in die Sackgasse mit Hydropressen begeben.
Klein anfangen und langsam wachsen lassen ist richtig.
Beschaffen Sie sich eine gebrauchte Packpresse mit Rostgrößen von mindestens 80 x 80 cm. Auch wenn dieses Modell als Einstieg überdimensioniert erscheint, ist es die richtige Wahl für Sie. Nach 4 Jahren Betrieb werden Sie das bestätigen können. Die Holzrosten tauschen Sie gegen 2 mm Edelstahlbleche aus. Davon lässt sich der Trester aus den Tüchern besser entfernen und spart Zeit. Mit der Packpresse können Sie jede Obstart pressen und haben Saftausbeuten zwischen 75 bis 80 % bei Kernobst.

Wenn Sie mit der Produktion begonnen haben, werden Sie nicht nur Ihr eigenes Obst, sondern auch Fremdobst verarbeiten. Das spricht sich in der Gegend rum. Wenn Sie dann noch auf Sauberkeit und Qualität achten, können Sie Ihre Säfte im hohen Preissegment vermarkten. Nur diese Methode hat Zukunft und hebt Sie aus der Masse der Mitbewerber ab.
Verarbeiten Sie nur reifes Obst und sondern Sie konsequent angefaulte Früchte aus. Die Mundpropaganda arbeitet dann ohne Ihr Zutun. Weitere Infos lesen Sie unter „Obstannahme“ ff und „Saftinfo“ auf www.hobbymosterei.de .

Gebrauchte Packpressen werden gelegentlich auf www.winzer-service.de angeboten. Abonnieren Sie dort den kostenlosen Winzerbrief und Sie werden auf dem Laufenden gehalten.

Ansonsten sehen Sie sich bei www.kahlschlichterle.de um und besuchen den Gebrauchthandel in Ernsthausen bei Korbach. Die haben alles Mögliche von Pressen auf Lager. Auf telefonische Anfragen sollten Sie verzichten, weil die Beschäftigten keinen Überblick zum Warenbestand haben. Das ist meine mehrfache persönliche Erfahrung von vor 10 Jahren.

Ergänzungsfage vom 19.04.2005
Zuerst einmal ein wirklich ehrliches und herzliches Dankeschön!!! Ich bin ganz überrascht, über Ihre Mühe, Freundlichkeit und Infobereitschaft, das trifft man nur äußerst selten.

Bitte verraten Sie mir noch, warum eine Hydropresse eine Einbahnstraße ist und Sie den Vorzug einer Packpresse geben. Ist es die intensivere Saftausbeute?
Was kostet eine gute Gebrauchtpresse, nur so als Anhaltspunkt?

Antwort von Wilfried Marquardt am 19.04.2005
Hydropressen sind für mittelstarke Frauen oder Männer mit schwindenden Kräften (wie ich mit 61 Jahren) geeignet, die den Pressbetrieb alleine führen. Auch wegen der relativ langen Presszeiten ist man zeitlich erst ab 3 Hydropressen ausgelastet. Besser sind 4 Stück. Der Platzbedarf für 4 Hydropressen entspricht dem einer Packpresse mit 80er Rosten in Doppelbiet.

Weil die Packpressen außer der höheren Saftausbeute auch zeitlich fünf mal schneller pressen als Hydropressen, können Sie die Tagesleistung entsprechend dem Personaleinsatz hochfahren. Bei Hydropressen nützen Ihnen zusätzliche Hilfskräfte nichts. Die haben nichts zu tun, weil der Pressvorgang mindestens 50 Minuten dauert. In meinen Berichten zum Pressentest habe ich das sehr deutlich skizziert.

Dafür ist das Laden und Entleeren der Hydropresse leicht, einfach und schnell. Für eine Bedienperson also ideal. Das genaue Gegenteil bei der Packpresse!

Ich unterstelle, dass Sie und Ihre Helfer im kräftigen Mannesalter sind und nicht schon in 5 Jahren schlapp machen. Daher meine Empfehlung zur Packpresse, mit der Sie täglich Kleinmengen oder auch mal Großmengen von mehreren Tonnen pressen können. Das kommt schon mal vor, wenn der Erntesegen innerhalb einer Woche anfällt. Mit Hydropressen sind Sie dann aufgeschmissen und dürfen bis 3.00 Uhr nachts durchziehen oder geben auf.

Bei genügendem Freiraum und Erdgeschosslage können an der Packpresse bis 4 Personen beschäftigt werden. Wenn Sie 4 Personen an Hydropressen auslasten wollen, müssen Sie 16 Stück von jeweils 90 Liter vorhalten. Welch ein Wahnsinn!

Noch ein Hinweis aus eigener Entwicklung:
Rückblickend stelle ich fest, dass wir im Zeittakt von 6 Jahren unsere Presse aufgerüstet haben. Begonnen haben wir 1978 mit einer 25 Liter Spindelkorbpresse. Danach Tausch gegen eine 50 Liter SKP. Dann 2 x 50 Ltr in Schiebebiet mit Motorantrieb. 1996 folgte totaler Wechsel auf die Packpresse von Voran „P2-100“ mit 50er Rostgrößen. 2002 endgültiger Wechsel auf Hydropressen und nach der Saison 2008 geben wir den Mostereibetrieb aus Altersgründen auf. Vielleicht können Sie etwas daraus für sich ableiten.

Alte gebrauchte Packpressen haben meistens Rostgrößen von 100 x 100 cm und wiegen über eine Tonne. Beim Händler kosten die Geschütze zwischen 1.000,-- bis 4.000,-- Euro. Wenn Sie regional in Obstgebieten inserieren, kommen Sie eventuell sogar kostenlos an eine Packpresse. Müssen die dann aber noch demontieren und geduldig sein. Bis Sie fündig werden, kann über ein Jahr dauern. So bin ich z.B. 1988 im Rheingau-Echo mit meiner Flaschenwaschanlage mit 4 Inseraten nach 8 Wochen fündig geworden. Da kommt noch eine Menge auf Sie zu ;-). Vielleicht schauen Sie sich mal die Neupressen bei www.voran.at an. Dann haben Sie zumindest eine Ausgangsbasis, was der Markt aktuell bietet.

Falls Sie aus Kostengründen doch lieber klein beginnen wollen, wählen Sie eine hydraulische Spindelkorbpresse mit etwa 100 Liter oder auch weniger. Das wäre ein guter Kompromiss. Sollte Ihnen das Mostereigeschäft später gefallen, war die Anschaffung nicht umsonst. Für die SKP haben Sie immer wieder Verwendung, so wie wir unsere 2 x 50 Ltr SKP noch für Kirschen einsetzen. 6 Jahre später überspringen Sie dann die Packpresse und holen sich gleich eine kleine gebrauchte Bandpresse.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meinen Ausführungen Perspektiven aufzeigen konnte.


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Holzbehandlung von Presskörben

Frage
Wie muss das Holz einer Obstpresse behandelt werden? Gibt es dafür einen lebensmittelechten Lack? Bieten Sie so etwas auch an?

Antwort von Wilfried Marquardt am 05.05.2005
Buchenholz bedarf normal keiner Holzbehandlung und schon gar nicht auf den Korbinnenflächen. Wenn Sie außen lackieren wollen, verwenden Sie transparenten Bootslack. Ich rate jedoch von jeglichem Lackauftrag ab, da dieser nach und nach von Saft und Wasser unterwandert wird und sich dort graue Schimmelflecken unter der aufgebrochenen Lackschicht bilden. Bei Farblacken erkennen Sie den schwarzen Schimmel erst, nachdem der Lack sichtbar aufreißt.

Selbst Eichen- und Buchenholz unterliegen bei Wasserkontakt einer geringen Quellung. Bei Trockenheit schrumpft es wieder. Kein Lack ist in der Lage, diese Prozesse über Jahre zu überstehen. Es entstehen Haarrisse, in die Wasser mit Fruchtzucker aus dem Saft eindringt und den Lack unterwandert. Dieser Nährboden begünstigt so den Schimmelbefall, wenn die Feuchtigkeit unter dem Lack nicht zügig abtrocknen kann.

Zur Eichenholzbehandlung lesen Sie bitte meine Ausführungen auf unserer Homepage unter „Holzbehandlung“. Danach ist Eichenholz allein wegen der üblich auftretenden “Schwarzfärbung” entsprechend zu imprägnieren.


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Größenwahl bei Hydropressen

Frage
Meine Streuobstwiesen werfen in normalen Jahren 600 kg ab (mit einer Schwankungsbreite zwischen 100 kg bis 1600 kg). Davon wurde bisher die Hälfte vermostet. Bisher haben wir ca. 100 Liter Most selbst verbraucht und den Rest auf das nächste Jahr vorgetragen.

Zur Verarbeitung meiner Äpfel überlege ich das Pressen selbst in die Hand zu nehmen. Auslöser ist, daß ich von der Kelterei nur noch 8 Cent statt bisher 30 Cent bekomme, der Liter Apfelmost aber mit 1 Euro berechnet wird. Der Vortrag ist auch nicht mehr möglich. Die Kosten für die nötigen Geräte sind dagegen zu stellen. Zerkleinern wollen wir die Äpfel mit einem Musermax.
Falls wir später eine Erhöhung des zu produzierenden Mostes denken, kommt eventuell ein luftabdichtendes Saftfass (z.B: Speidel) in Frage.

Hinsichtlich der sinnvollen Größe einer Presse bin ich unsicher und bitte um Ihren Rat. Bisher haben wir ca. 100 Liter Most pro Jahr selbst verbraucht (70 Liter als Most und ca. 30 Liter Saft). Daher halte ich eine 40 Liter Presse für geeignet. Die Pressungen sollen nach Erntefortschritt vorgenommen werden. An eine weitere Vermarktung ist zunächst nicht gedacht.

Aufgrund Ihrer Angaben für die 90 Liter Presse gehe ich bei einer 40 Liter Presse von einem Saftvolumen bei voller Bestückung von ca. 25 Liter aus. Kann die Presse auch mit weniger Maische bestückt werden. Wenn ja, wo liegt die Untergrenze?
 

HydroTeilbefuellungAntwort von Wilfried Marquardt am 16.08.2005
wenn Sie in der Saison im Mittel 600 Kg Obst pressen wollen, ist die 40 Liter Hydropresse die richtige Wahl. Damit erreichen Sie etwa 68 bis 70 % Saftausbeute bei Einsatz des Musermax.

Wenn Sie jedoch nur die Hälfte Ihrer Obstmenge zu Saft verarbeiten wollen, genügt die 20 Liter Presse. Hiermit haben Sie etwa 73 bis 75 % Saftausbeute.

Je kleiner die Presse, um so höher die Ausbeute. Das hängt mit dem Abstand des Füllraumes zwischen Membrane und Presskorb zusammen. Je enger der Füllraum, um so geringer ist der Presswiderstand und um so leichter fließt der Saft ab.

Enge Zwischenräume (20 Liter-Presse mit 4 cm Schicht) sind jedoch zeitaufwändiger zu füllen, als weite Zwischenräume mit 6 cm bei der 40 Liter-Presse.

Bei den Hydropressen gibt es keine Mindestmenge. Sie können auch einen halben Liter Maische abpressen. Die Gummimembrane dehnt sich mit den 3 bar bis zum Presskorb aus. Hierbei haben Sie nur einen erhöhten Wasserverbrauch, mehr nicht.


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Ganze Äpfel pressen

Frage
Muss man das Obst bei der Hydraulikpresse vorher auch zerkleinern, oder kann man die Äpfel (teilweise sehr hart) unzerkleinert pressen? Oder hat es nur was mit der Saftausbeute zu tun?

Antwort von Wilfried Marquardt am 10.05.2006
Wenn Sie ganze und zudem noch harte Äpfel pressen, wird gerade mal der Pressbeutel benetzt. Das funktioniert also nicht. Sinn des Pressens ist eine hohe Saftausbeute zu bekommen. Wenn das Obst nur grob zerkleinert wird, liegt die Saftmenge unter 50 % zum eingesetzten Obst.

Weitere Hinweise finden Sie auf unserer Homepage auf den Seiten „Obstpressen“ und „Pressentest“.


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Spindelkorbpresse im Holzgestell

Frage
als Naturkostfanatiker ist in mir der Wunsch gewachsen, ein Teil der im eigenen Garten geernteten Äpfel zu Saft zu verarbeiten. Da der Ertrag von Jahr zu Jahr schwankt, glaube ich, dass die von Ihnen angebotene kleinere Variante (Spindelkorbpresse im Holzgestell mit 10 Liter Füllvolumen) zur Verarbeitung ausreichend ist.

Mich würde dabei interessieren, was Sie für eine Empfehlung haben, um die Äpfel auf die notwendige Größe zu zerkleinern. Zum einen soll das notwendige Gerät nicht viel Platz einnehmen, aber auch kein großer körperlicher Aufwand notwendig sein!

Meine Frau und ich haben uns vorgenommen Ende August bzw. Anfang September die Hamburger Gegend zu besuchen und bei dieser Gelegenheit bei Ihnen vorbei zu kommen. Wieviel Tage zuvor müsste man bei Ihnen eine Bestellung für die Spindel bzw. Zerkleinerer abgeben?

Antwort von Wilfried Marquardt am 14.07.2006Holzgestellpresse10Ltr
die Spindelkorbpresse im Holzgestell ist die geeignete Presse, um Kleinmengen des täglich oder zweitäglich fallenden Obstes frisch zu verarbeiten. Wenn Sie im Besitz einer elektrischen Küchenmaschine mit Messerwerk sind, haben Sie bereits die geeignete Obstmühle. In Kombination mit der Küchenmaschine erzielen Sie nach kurzer Einarbeitung mit der Holzgestellpresse Saftausbeuten bei Kernobst zwischen 65 und 70 Prozent. Mit den Handmühlen, wie auf unserer Homepage angeboten, sind mit der Holzgestellpresse nur knapp 45 % möglich, weil die Handmühlen das Obst nur grob zerkleinern. Beim Einsatz des Musermax werden etwa 60 bis 65 % Saftausbeute mit der Holzgestellpresse erreicht.

Wir haben bisher alle Holzgestellpressen ohne Mühle verkauft, weil die Kunden in ihren Haushalten bereits eine Küchenmaschine hatten.

Hersteller: E-Mail: veceroval@opp.cz  www.opp.cz


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Pressdeckelhälfte gebrochen

Frage:
Wir pressen seit Jahren mit den Kindern unseren Apfelsaft selbst. Dazu benutzen wir die Obstpresse OP 10 und die Mühle OM 10. Leider sind uns beide Hartholzhalbschalen, die vor dem Pressvorgang auf den Presssack gelegt werden, zerbrochen. Ich habe schon versucht, diese zu leimen und zu verstärken, auch habe ich aus einer Hartholzplatte neue Halbschalen ausgesägt, beides hielt aber nur kurze Zeit. Ich würde mich daher freuen, wenn wir von Ihnen u.a. auch oben genannten Ersatzteile beziehen könnten. Teilen Sie mir doch bitte mit, ob dieses möglich ist und gegebenenfalls zu welchem Preis.

Antwort von Wilfried Marquardt am 22.08.2006
Das Problem der gebrochenen Pressdeckelhälften tritt besonders bei der OP 10 auf. Der Durchmesser ist kleiner, als die OP 20, bei gleicher Untersetzungsmechanik einschl. der gleichen Spindel. Der Flächendruck ist damit etwa doppelt so hoch. Wenn dann die Maische etwas ungleich verteilt wird oder der Presskorb nicht mittig unter der Spindel ausgerichtet wird, bricht das Deckelholz. Mit neuen Hölzern werden Sie also auch nicht froh sein.

Ich schlage Ihnen eine Alternative vor:
Beschaffen Sie sich ein Reststück Siebdruckplatte, 22 mm stark und sägen es kreisrund passend zur OP 10 aus. Also keine 2 Hälften! Damit der Pressbeutel nicht zwischen dem Deckel und der Korbwandung durchrutscht, passen Sie den Deckel nach Möglichkeit mit wenig Spielraum von nur 2 mm an. Um den Deckel nach Pressende von Hand entnehmen zu können, bohren Sie mittig ein 25 mm Loch, in das der Mittelfinger greifen kann.

Die Siebdruckplatte ist wasserfest. Lediglich an den Schnittkanten zieht Saft und Wasser ein und fördert so die Schimmelbildung. Hiergegen hilft eine Imprägnierung mit Rindertalg. Wie das geht, siehe „Holzbehandlung“ auf unserer Homepage. Wenn Ihnen das zu aufwändig ist, können Sie die Schnittfächen auch mit Sonnenblumenöl tränken und an der Luft trocknen lassen. In Verbindung mit Luftsauerstoff härtet das Sonnenblumenöl innerhalb 3 Wochen aus und wirkt wasserabweisend.

Oder Sie holen sich vom Schrotthandel ein Stück Alublech, 12 mm stark und sägen sich daraus mit der Stichsäge und eingelegtem Holzsägeblatt den Pressteller.

Sie sollten aber auch darauf achten, dass die Maische gleichmäßig verteilt ist und der Presskorb mittig der Spindel platziert ist. Ansonsten wird Ihnen irgendwann die Gewindespindel verbiegen. Die liefern wir Ihnen dann gerne aus ;-))


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Schimmelflecken am Buchenholzpresskorb

Frage
wir haben im letzten Jahr bei Ihnen eine Obstpresse gekauft (OP 40). Nach mehrmaligem Gebrauch haben wir am Holz, besonders am Presskorb, schwarze Schimmelflecke, die wir versuchten, mit Essigessenz wegzuschrubben.

Leider ist uns das nicht gelungen. Haben Sie einen Tipp für uns, wie wir das Holz versiegeln können? Wir haben an Lack gedacht oder eine Konservierung mit Olivenöl, sind aber unsicher.

Antwort von Wilfried Marquardt am 27.09.2006
Ihr Problem habe ich kürzlich abgehandelt. Gehen Sie bitte auf unsere Homepage und klicken dort unten "Buchenholzbehandlung" an. Ergänzend lesen Sie bitte auch die Seite "Eichenholzbehandlung".

Da Sie jetzt in Produktion sind, wird das Holz feucht sein und zusätzlich haben Sie keine Zeit für die Behandlung mit Rindertalg. Abhilfe schafft vorerst abschleifen am trockenen Holz.

Lagern Sie den Presskorb nach jeder Reinigung am Ende des Presstages in trockener Umgebung und wischen Sie vorher die restlichen Wassertropfen ab. Die relative Luftfeuchtigkeit des Lagerraumes sollte 70 % nicht überschreiten.

Nachfolgend noch eine Alternative zum Rindertalg, die mir ein Besucher unserer Homepage zukommen ließ. Ich selbst habe die Variante mit Sonnenblumenöl nicht angewendet und kann daher keinen Vergléich zum Rindertalg anstellen.

  • Sonnenblumenöl ist ein hellgelbes bis dunkles, trocknendes, fettes Öl aus Samen der Sonnenblume (Helianthus annuus, Korbblütler). Die Samen enthalten 22 bis 35 % Öl.
    Infolge seines hohen Gehaltes mit 61 % Linolsäure erstarrt das Sonnenblumenöl in 2 bis 3 Wochen an der Luft in einer dünnen Schicht.
  • Verwendung als Holzschutz zur Abweisung von Wasser und Fruchtsaft
    Zur Behandlung von Hölzern, die mit Fruchtsäften in der Mosterei in Berührung kommen, kann in Ermangelung von Rindertalg auch Sonnenblumenöl verwendet werden. Damit das Öl relativ tief in das abgelagerte und getrocknete Holz eindringen kann, ist das Holz direkt vor der Behandlung zu erwärmen. Das Sonnenblumenöl wird auf ca. 60 Grad Celsius erhitzt und auf das vorgewärmte Holz aufgetragen. Eine Temperatur von 65 Grad Celsius sollte nicht überschritten werden, weil sonst die Oxidationswirkung der Linolsäure aufgehoben wird.

Vorzugsweise wird das Holz im Tauchverfahren oder Hilfsweise im Streichverfahren behandelt. Bevor das Holz völlig erkaltet ist, wird es vom überschüssigem Öl mit Putzlappen entfernt.

Bevor das behandelte Holz zweckverwendet wird, ist es in trockener und luftiger Umgebung allseitig frei zu lagern. In etwa 4 Wochen ist der Trocknungsprozess auch im Bereich der Holzporen abgeschlossen. Je wärmer die Umgebungsluft ist, um so schneller erstarrt bzw. trocknet das Öl. Die so behandelten Hölzer dürfen nur mit kaltem Wasser gereinigt werden.


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..Gnade denen, die mit Druckluft pressen, denn sie wissen nicht, was sie tun

Frage
In Südtirol habe ich bei verschiedenen Obstbauern diese Hydropressen im Einsatz beobachten können. Erstaunlich war für mich, dass sie nicht mit Wasser sondern mit Druckluft betrieben werden. Der Pressvorgang dauerte nur wenige Minuten. Ist das vorteilhaft oder zu verwerfen?

Antwort von Wilfried Marquardt am 03.01.2007
Wer Hydropressen mit Druckluft betreibt, handelt kriminell und setzt sich und andere schwerwiegenden Unfallgefahren aus. Platzt die Gummimembrane oder reißt sie am Flansch ab, gibt es einen ohrenbetäubenden Knall. Wer dabei ungünstig nahe stand, ist taub. Zusätzlich kann der explosionsartig freigelegte Trester wie eine Schrotladung tödlich auf Personen wirken.

Bei der bestimmungsgemäßen Verwendung von Wasser gibt es lediglich einen leichten "Knack" und Wasser läuft ab. Mehr passiert dabei nicht.

Falls der Presskorb eine Schwachstelle im Bereich der Schweißnaht hat, könnte auch hier der Bruch bei Überdruck ausgelöst werden.

Wenn der Pressvorgang mit Druckluft nur wenige Minuten gedauert hat, wurde das Sicherheitsventil abgesperrt und mit wesentlich höherem Druck als 3 bar Betriebsdruck gepresst. Vermutlich 6 bar!

Um die Wirkung von Überdruck einschätzen zu können, stellen Sie sich einen normal runden Luftballon vor. Im prallen Zustand hat er etwa 6 Liter Volumen bei 0,5 bar. Wenn der platzt, hört es sich schon schön laut an. Bei der 90-Liter-Presse würden etwa 65 Liter Druckluft bei 3 oder mehr bar freigesetzt. Im geschlossenen Raum würden im Berstfall Fenster und Türen rausfliegen oder dünne Wände brechen.

Ich hatte eine unserer Hydropressen im Testbetrieb dem vollen Wasser-Leitungsdruck von 4,7 bar ausgesetzt. Das ergab eine Zeiteinsparung von 6 Minuten und eine Saftausbeuteerhöhung von 1 %. Aus Sicht des Arbeitsschutzes ist dieses Überdruckverfahren unschädlich.
Dauerhaft wirkt es jedoch nachteilig auf die Haltbarkeit der Gummimembrane. Der Gummihersteller sieht bei bestimmungsgemäßer Verwendung eine Haltbarkeit des Gummimateriales von ca. 12 Jahren. Bei Überdruck von 2 bar nur 4 Jahre, falls sie nicht vorher an den Flanschen abreißt und damit untauglich wird.


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Profilholz von einem Presskorb erneuern

Frage
Am Eichenholz-Presskorb meiner Spindelkorbpresse hat sich an einigen Leisten schon der Holzwurm zu schaffen gemacht, so dass mindestens eine Leiste getauscht werden muss. Gibt es vielleicht so ein Holzprofil irgendwo zu kaufen, oder können sie mir ein paar Tips geben, wie ich so was nachbauen kann?

Antwort von Wilfried Marquardt am 21.01.2007
Wegen der Holzleiste können Sie selbst Hand anlegen und diese mit der Oberfräse profilieren. Das Rohmaterial kann auch Buche sein, falls Sie kein Eichenholz auftreiben können. Beschaffung beim Sägewerk, Holzhof oder Tischlerei/Schreinerei. Oder Sie gehen in den Wald und sammeln dort einen abgebrochenen Eichenzweig auf, den Sie auf Ihrer Tischkreissäge zu einem Stück Brett weiterverarbeiten. Das Holz sollte 3 Jahre abgelagert und vor der Verarbeitung im Außenbereich luftgetrocknet sein. Sonst bekommt es Schwindrisse und verzieht sich. Vielleicht haben Sie oder Freunde noch einen alten Tisch auf dem Boden. Die klobigen Tischbeine waren früher aus Eiche oder Buche. Oder im Sperrmüll suchen. Es gibt also viele Möglichkeiten.

Wenn Sie dann alles fertig haben, schlage ich Ihnen die Holzbehandlung entsprechend der Beschreibung auf unserer Homepage, vor.


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Kreuztuch anstelle Pressbeutel

Frage
Danke für Ihr Angebot über das Kreuztuch für meine Spindelkorbpresse.
Ich wusste gar nicht, dass Presstücher so teuer sind. Wie lange hält denn so ein Tuch von der hervorragenden Qualität?
Kann ich auch ein Leinentuch oder etwas ähnliches nehmen?

Kreuztuch_im_KorbAntwort von Wilfried Marquardt am 29.01.2007
Ich dachte mir schon, dass der Preis mit 47,00 Euro für das Kreuztuch Sie umhauen wird.

Das Kreuztuch hält bei sachgerechtem Umgang voraussichtlich 40 Jahre. Das heißt, Sie scheuern mit dem Gewebe nicht rum und waschen es bis maximal 40 ° C. In der Saison von 7 Wochen pressen Sie zweimal wöchentlich ganztägig. Umgerechnet sind das 560 volle Arbeitstage bei 12 Stunden Presszeit. In diesem Sinne hatte ich unsere Wahlerpresse 20 Jahre im Einsatz. Das Gewebe war lediglich leicht verformt, jedoch voll intakt. Die Doppelkorbpresse in Schiebebiet mit Motorantrieb haben wir letztes Jahr für 1.500,- Euro verkauft.

Sie können sich auch einen Pressbeutel selbst herstellen oder einen simplen grobmaschigen Sack aus Jutematerial verwenden. Leinengewebe ist zu feinmaschig und würde das Gewebe durch die Trubteilchen schnell dicht setzen. Auf jeden Fall werden Sie mit den Hilfslösungen nicht glücklich. Ich fing auch mal so an und erfand häufiger das Rad neu. Teils um die relativ hohen Kosten zu sparen oder weil ich meinte, das es das noch nicht gibt. Wenn es etwas „Fertiges“ gibt, ist es immer geeigneter als auf Hilfslösungen zurückzugreifen. Der Jutesack lässt sich schwer reinigen und hinterlässt einen feinen Nebengeschmack im Saft. Bei einigen Apfelsorten fällt das aber nicht auf.


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Spindelkorbpresse mit Motorbetrieb

Frage
Meine Wahler-Presse ist bis auf das Presstuch komplett und so wie bei ebay abgebildet. Der Pressteller aus Aluguss und ein Teil des Hebelmechanismus, sowie 2 Weidenteller waren in den Presskorb gelegt.
Der Verkäufer hatte die Presse von einer Haushaltsentrümpelung. Wenn er die Presse 2 Monate früher verkauft hätte, als noch Mostsaison war, hätte er wohl einen wesentlich höheren Preis als die 200 Euro, erzielen können.

Mich würde noch interessieren, wie das mit dem Druckluftmotor bei ihrer Presse gelöst war. Auf dem Bild auf ihrer Homepage sieht es so aus, als ob ein großes Zahnrad an dem Drehteller, der die Spindel nach oben und unten stellt, befestigt war. an dem Zahnrad greift dann vermutlich ein Getriebemotor an?
An Ersatzteile kommt man wohl auch nicht mehr ran?

Antwort von Wilfried Marquardt am 04.02.2007Pressantrieb
Die 50-Liter Korbpresse ergänzte ich 1986 mit einem Motorantrieb. Zwischen Pressteller und Lochscheibe kam ein Zahnkranz. Daran angekuppelt ein kleines Zahnrad mit Welle zum Getriebemotor, der im Dachhohlraum des Hofdaches montiert war. Hinter dem elektrischen Getriebemotor war noch ein Druckluftmotor gekoppelt. Mit dem Elektromotor wurde über ein Zeitrelais etwa zwei drittel der Korbfüllung gepresst. Danach wurde umgeschaltet auf Druckluft, weil damit der Enddruck genau eingestellt werden kann. Der Druckluftmotor war erforderlich, weil es keinen Druck-Endabschalter für Kraftstrombetrieb gibt. Es gibt lediglich eine Thermische Sicherung, die bei Motorüberlastung anspricht. Bevor der Schalter wieder eingedrückt werden kann, muss der Thermostat abkühlen.

Die Kosten des Motorantriebes beliefen sich 1984 auf 4.709,00 DM. Dafür hätte ich eine hydraulische Doppelkorbpresse mit 2 x 100 Liter bekommen. Ich wusste nur nicht wo und erfand somit das Rad neu..
1991 ergänzten wir nochmals mit einem zweiten Presskorb und hatten dann eine Doppelkorbpresse in Schiebebiet. Für die Ergänzung gaben wir nochmals 1.960,00 DM aus. Mit der Grundanschaffung 1983 in Höhe von 2.366,00 DM hat uns die Presse 9.035,00 DM gekostet. Sie ging im letzten Jahr komplett mit Motoren-Getriebe für 1.500,00 Euro weg. Also umgerechnet 3.000,00 DM.

Der Käufer wurde von mir umfassend eingewiesen.
Weil er wohl ohne Druckluft und nur elektrisch presste, brach die Gussgewindemuffe, in der die Spindel geführt wird, infolge Überlastung. Das Ersatzteil kostete 460,00 Euro bei dem Enkel von Wahler, der noch Ersatzeile führt. Er hat seine eigene Maschinenbaufirma am alten Standort vor einigen Jahren neu eröffnet. Siehe auch: http://www.claus-ziegler-maschinenbau.de/ 


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Presse und Mühle restaurieren

Frage und Antworten im Wechsel am 26.07.2007

Letztes Jahr habe ich bei ebay eine Wahler Presse gekauft, die ich jetzt restaurieren will.
Falls sie sich noch erinnern können, das passende Presstuch habe ich bei ihnen gekauft.
Die an der Presse integrierte Obstmühle sieht nicht mehr sehr ansprechend aus, die Holzteile sind recht dunkel und an den Stellen, an denen sie an Metall anliegen schwarz. Der Trichter sieht noch gut aus. Die Holzteile sind recht einfache Formen, so dass ich sie neu machen werde, welches Holz ist dafür das Beste und wie würden sie die Hölzer imprägnieren? (Rindertalg?)

    Buche kommt vor Eiche, weil Buche keinen Gerbstoff enthält, der sich mit sauren Säften blau-schwarz verfärbt.
    Auf unserer Homepage habe ich die Holzbehandlung mit Rindertalg für Eiche und Buche beschrieben. Es gibt nichts besseres, als Rindertalg.Trichter-innen

An der Welle, mit den Haken, die die Äpfel zerkleinern, ist der Kelterlack schon recht brüchig, und an den Teilen, die besonders stark mit den Äpfeln in Berührung kommen ist der Lack schon ab und es hat sich Rost gebildet. Ist es sinnvoll, die Welle neu zu streichen, da der Lack wahrscheinlich auch nicht allzu lange halten wird und ich den Lack ja dann auch im Saft habe (der Lack, der abgeschürft wird). Können sie einen guten Kelterlack empfehlen und kann man den bei ihnen bestellen?

    Verzichten Sie auf die Lackierung der Hakenwelle. Entfernen Sie vor dem Gebrauch der Mühle den Flugrost mit einem feuchten Lappen. Mehr muss hier nicht getan werden. Trocknen Sie künftig nach dem kalten Abwasch alle Teile mit Druckluft. Lagern Sie die Mühle bei maximal 65 % rel. Umgebungsfeuchte. Dann wird Ihnen nichts mehr rosten. Kelterlack ist nichts anderes, als Kunstharzlack. Ich empfehle die Marke „Histor“, die in Farbenfachgeschäften geführt wird.

Den Presskorb möchte ich auch restaurieren. Er sieht eigentlich noch recht gut aus, bis auf die schwarzen Stellen am Holz unter den Metallringen.
Auf ihrer Internetseite empfehlen sie dazu die Rindertalgbehandlung. Reicht es die Äußeren Flächen des Holzes, also die Außenseite des Korbes abzuschleifen, oder sollten die Hölzer komplett abgeschliffen werden. Falls ja wäre das sehr zeitaufwändig, da die Hölzer so eine Art Saftkanal haben, wo man nicht mit dem Schleifer ran kommt.

    Die Hölzer sind rundum abzuschleifen. Für die Nuten passen Sie sich einen Holzscheit an, um den Sie das Schleifpapier legen. Hier ist Handarbeit gefordert.Walzenmuehle-Wahler

Die Presse ist blau gestrichen, haben sie eine Ahnung, wo man so einen Lack her bekommen kann? (genau die gleiche Farbe)

    Es handelt sich um Metallicfarbe blau, die in Sprühdosen im Farbenfachgeschäft angeboten wird.

Es wäre nett, wenn sie die Fragen zu meinem Vorhaben beantworten könnten.

    Anbei erhalten Sie 2 Fotos von der freistehenden Wahlermühle, die ich für unsere Zwecke umgerüstet habe. Den Fichteholztrichter habe ich mit alten Fußleisten aus Eichenholz nachgebaut und mit Rindertalg behandelt. Von der Hakenwelle ist der Lack ebenfalls abgebröselt, ansonsten aber relativ rostfrei. Die Mühle haben wir in den letzten Jahren nur noch bei Kirschen und Pflaumen für die Maischegärung im Einsatz, wobei der angebaute Motor abgeklappt und die Mühle auf Handbetrieb gestellt ist. Das Schwungrad und die Handgriffe sind noch in Originalfarbe. Die anderen Metallteile wurden von mir mit schlichtem blauen Kunstharzlack gestrichen.


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Effektive Presseinlagen

Frage
Auf der Suche nach den von Ihnen beschriebenen Presseinlagen aus Teppichboden wurde ich bisher nicht fündig. Die Saftausbeute würde sich wahrscheinlich noch ein bisschen steigern lassen, wenn ich die Weidenböden verwenden würde, aber diese sehen schon recht schlecht aus (Holzwurm) und der Vorbesitzer hat sie mit einem sehr weichen Draht, der mich an Lötzinn (Blei) erinnert, verstärkt.

Wo kann man denn solche Weidenböden kaufen, oder geht auch ein anderes Material z.B. Holzplatte?

Antwort von Wilfried Marquardt am 20.08.2007
mit den Weidenböden war ich auch nicht zufrieden und fand erst in den letzten Jahren die beste Alternative, die überhaupt möglich ist.

Bei meinen Experimenten mit Einlagen aus Rosten, Sieben, Geflechten und Blechen fand ich heraus, dass der Saft von Natur aus durch die feinen Strukturkanäle der Maische abfließt. Dabei hat unreifes Obst die beste Saftablaufstruktur und vollreifes Obst die schlechteste. Wenn das Obst mürbe und mehlig ist, sind die Saftabflusskanäle verklebt und verstopft. Der Saft fließt dann nur unter übermäßigem Druck langsam ab, wobei viel Trubstoffe dabei sind. Je größer das Pressenvolumen, um so länger dauert der Saftabfluss.

Bei den Packpressen wurde die Problematik mit den Einlagen aus Roste und Presstuch beseitigt. Die Schichten sind mit 6 cm festgelegt. Eine ähnliche Funktion übernehmen die Weidenböden bei der Korbpresse. Der Saft läuft innerhalb des Geflechts wunderbar zügig ab, aber die nachfolgende Reinigung der Weidenböden ist unverhältnismäßig zeitaufwändig, weil sich der Trester in allen Rillen verhakelt hat. Darauf habe ich die Weidenböden in passende Pressbeutel eingeschlagen, was den Reinigungsaufwand minderte, dafür musste ich dann aber zusätzlich die Pressbeutel noch waschen. Vom Reinigungsaufwand für die Pressbeutel abgesehen, war trotzdem ein Zeitgewinn zu verzeichnen.

Mit 4 Weidenböden pro Presskorb erfolgte ein Pressentakt in 20 Minuten. Negativ wirkte sich jedoch das reduzierte Füllvolumen durch die Weidenböden als Einlagen mit rund 30 % aus.Presseinlage3mm

Derzeit verwenden wir wieder eine Korbpresse, jedoch hydraulisch betrieben mit 150 Liter Korbinhalt. Ohne Presseinlagen dauert eine Pressung kurz über eine Stunde bei 65 % Saftausbeute.

Nach jahrelangen Suchen in Teppichhäusern hier in Hamburg fand ich endlich einen hartgewebten Teppichboden ohne Klebstoff und ohne Beschichtung in 3 mm Stärke. Das Material besteht etwa zu 80 % aus einem nicht brennbaren Wollfaden und zu 20 % aus einem Kunststoffgarn. Daraus habe ich mir kreisrunde Presseinlagen geschnitten und den Rand gegen ausfransen mit der Heißluftpistole eingeschweißt. Schweißbar ist nur der Kunststoffanteil, der mit 15 - 20 % gerade noch genügte. Presseinlagen_trocknen

In Maischeschichten von 5 cm presste ich im Jahre 2005 71 % in 40 Minuten ab. Im Folgejahr 2006 verdoppelte ich die Presseinlagen, so dass die Maischeschichten nur noch 2,5 cm betrugen. Die Presszeit reduzierte sich auf 30 Minuten bei 75 % Saftausbeute. Es hat sich also gelohnt

Das Fabrikat des Teppichbodens konnte oder wollte mir der Verkäufer von "Eichtal" www.eichtal.de nicht sagen. Auf dem Kaufbeleg steht auch nichts weiter drauf, als "Teppichboden" für 19,95 Euro pro Quadratmeter.

Anbei 2 Fotos für Ihre Kaufsuche.


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Alternative Presseinlagen

Frage
Würde als Presseinlage für die Spindelkorbpresse auch ein Rost funktionieren, so ähnlich, wie der, auf dem der Presskorb steht (Dünne Leisten über Kreuz)? Bei der Firma Rink Gmbh gibt es gerillte Plastikplatten, die als Pressrost für Packpressen gedacht sind, könnte man aber rund zuschneiden. Funktioniert so was auch und wie gut? Die Firma Rink verwendet übrigens keine Einlagen in ihren Korbpressen.

Die Firma Voran verwendet bei ihren Korbpressen angeblich 3 Zwischenlagen in der für mich passenden Größe 380mm. http://www.seema.de/index.php?id=452   Link zu Voran Korbpresse
Dort werde ich mich erkundigen, wie die Einlagen beschaffen sind, ob man sie nachkaufen kann und was sie kosten.

Sind ihre Teppichböden besser, als solche Einlagen? Hätte eine runde Holzplatte als Einlage auch eine positive Wirkung auf den Saftabfluss?

Ansonsten bin ich mit der Presse recht zufrieden, habe auch schon ca 400L gepresst. In absehbarer Zeit muss wohl ein Muser für die Zerkleinerung der Äpfel angeschafft werden, denn bei größeren Äpfeln verstopft die Walzenmühle ständig. Auch mit den Bag in Box Verpackungen klappt es bis jetzt gut. Ich erhitze auf 80 C mit dem Kochstar Topf. Bis jetzt ist auch noch kein Beutel geplatzt oder geschimmelt.

Warum sind Sie denn wieder auf eine Korbpresse umgestiegen? Waren die Hydropressen nicht Ideal? Und warum keine Packpresse?

Antwort von Wilfried Marquardt am 11.09.2007
Der Saft läuft nur in der Dränageschicht ab. Als Dränage funktioniert der von mir bereits beschriebene Teppichboden, Weidenböden, Presstücher und spezielle Filterplatten bzw. –matten. Also alles, was hohl ist. Holz, Metall und Kunststoff ist nicht hohl und funktioniert nicht.

Wenn Sie in Ihrer Korbpresse Holzplatten oder die gerillten Platten von Rink einlegen, wird die Maische zwischen diesen Einlagen, somit innerhalb der Maischeschicht entsaftet. Der Trester wird hart zum Rand gepresst, den Sie anschließend mit Brechwerkzeugen lösen müssen. Probieren Sie das ruhig mal aus.

Ich fing 1978 mit einer 25 Ltr Korbpresse von Wahler an. Nach 6 Jahren verdoppelte ich auf 50 Liter und nach weiteren 6 Jahren auf 2 x 50 Liter in Schiebebiet. Nach wiederum 6 Jahren wechselte ich auf 2 x 100 Liter Packpresse mit 50er Rosten in Schiebebiet. Die Packpresse liefert zwar die höchste Saftausbeute, ist aber auch die reinste Knochenarbeit und der Pressraum sieht abends aus wie Sau vom abschütteln der Presstücher. Ein zeitlicher Gewinn gegenüber der Doppelkorbpresse war kaum auszumachen. Mit den 4 Hydropressen ging das alles leichter und sauberer. Doch die 4 Hydropressen nahmen viel Arbeitsraum im 22 m² Pressraum ein und ich hatte wieder Schläuche auf dem Fußboden rumzuliegen. Auch der Abwasch von 4 Pressen wurde mir zu zeitaufwändig.

Das alles können Sie unter Pressentest und den unten hinterlegten Dateien nachlesen.Safthebeanlage

Mit der jetzigen hydraulischen Korbpresse mit 150 Liter Inhalt geht alles leichter, schneller und sauberer. Ich konnte wieder die Schläuche in den Leerrohren unterhalb der Kellersohle nutzen und habe wieder den gewohnten Freiraum. Der Saft läuft von der Presse im Schlauch unterhalb der Kellersohle in einen Behälter mit Schwimmerschaltung und wird von dort in Lagerbehälter im Pressraum gepumpt. Alles in Leerrohre unterhalb der Sohle und vollautomatisch über Zeitrelais gesteuert. Ich muss nur die Schläuche für die unterschiedlichen Saftsorten rechtzeitig umstecken.

Den Pressraum hatte ich seinerzeit für die Doppelkorbpresse (mit Motorantrieb) ausgelegt. Den Trester schleppe ich auch nicht mehr aus dem Pressraum, sondern transportiere ihn in 2 Bütten im Wagen am Seilzug mit Laufkatze in das Erdgeschoss und von dort weiter zum Erdtank im Garten. Den Seilzug mit Laufkatze baute ich mir für die Hydropressen ein und kann ihn jetzt weiter nutzen.


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Umstieg bei Kräfteschwund

Frage
Ich habe mit großem Interesse Ihren Testbericht über die verschiedenen Obst- und Beerenpressen gelesen. Es ist schön, dass es jemand gibt der sein Wissen gerne weiter verteilt.

Auch ich habe in den letzten Jahren aus meinem Obstgarten die Äpfel mit einer eigenen Spindelpresse zu Saft und Wein verarbeitet. Aber es wird auch für mich langsam zur Quälerei und ich überlege, ob ich mir eventuell auch eine 40 Liter Hydropresse anschaffe.

Für mich wäre es nur wichtig zu wissen, ob sich die Anschaffung bei einem Preis von bis zu 700,-- Euro auch lohnt. Da Sie die Hydropresse schon einige Jahre benutzen, können Sie mir liebenswerter Weise einige Fragen beantworten?

  1. Musste schon mal eine Gummimembrane ausgetauscht werden?
  2. Ist das Presstuch widerstandsfähig?
  3. Können Sie mir einen Tip geben, wo ich diese Presse am besten und günstigsten kaufe?

Antwort von Wilfried Marquardt am 30.11.2007

  1. Gummimembranen mussten bisher ausgetauscht werden, wenn Steinobst gepresst wurde. Wenn die Membrane nicht der Sonne ausgesetzt wird, können Sie mit 12 Jahren Haltbarkeit rechnen, bevor die Versprödung einsetzt.
  2. Der Pressschlauch bzw. das Tuch hält 30 Jahre bei bestimmungsgemäßer Nutzung.
  3. Die Presse können Sie online direkt vom Hersteller beziehen: www.speidel-behaelter.de


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Presseinlagen für die Korbpresse

Frage
Mit sehr großem Interesse habe ich Ihren Pressentest für die große Korbpresse gelesen. Die Ausführlichkeit ist schon faszinierend und ich werde ihn bestimmt noch mehrmals heranziehen um vertiefende Auskunft zu bekommen. Auf jeden Fall bin ich sehr froh, diesen Praxistest gelesen zu haben und kann viele Punkte sehr gut für meine Umsetzung verwenden.

Vertiefend würde mich noch einiges interessieren:

  1. Können Sie sich vorstellen, als Presseinlagen auch die Roste (natürlich angepasst wie bei der Packpresse) zu verwenden?
  2. Wie ist Ihre Einschätzung - würde sich auch ein Kreuztuch als Pressbeutel verwenden lassen, wegen der Größe des Tuches?
  3. Sehe ich das richtig, mit dem Einsatz des Pressbeutels haben sie auf die Schlitzbleche verzichtet?

Antwort von Wilfried Marquardt am 30.01.2008Presseinlagen_spuelen

  1. Die Presseinlagen und wie sie funktionieren, ist im Pressentest beschrieben. Holzroste und jedes feste Material funktioniert nicht, weil es nicht drainagefähig ist. Auf Seite 4, mittig in der rechten Spalte weise ich darauf hin: „Die Drainagefunktion übernehmen die Presstücher und nicht wie verschiedentlich angenommen, die Pressroste“.
     
  2. Ein Kreuztuch wäre die bessere Entscheidung gewesen. Doch unser Lieferant verwendet relativ steifes Tuchmaterial, das als Kreuztuch nicht funktioniert. Wegen der Tuchsteifigkeit liegen die Überlappungen nicht aneinander, sondern bilden klaffende Spalte. Durch diese Spalte würde die Maische an den Hölzern anliegen und durch die Holzzwischenräume aus dem Korb austreten.
    Wir haben noch ein Kreuztuch für einen 50-Liter-Korb aus weichem Polyestermaterial. Dieser Hersteller hat aber bereits 1995 aus Altersgründen aufgegeben. Es gibt jetzt nur noch einen Hersteller in der BRD, der auch schon alt ist. Ich rechne jedes Jahr mit seiner Betriebsaufgabe. Dann wird der Einkauf nur noch über das Ausland möglich sein, wohin wir keine Kontakte haben.
     
  3. Durch den Einsatz des Pressbeutels konnte ich auf die ungeeigneten Schlitzbleche verzichten. Zu diesem Vorgang habe ich noch einmal den Schriftwechsel mit Herrn Sommersguter nachgelesen. Er behauptet wörtlich: „Auch ein Presstuch wird bei diesen Pressen nicht verwendet“.

    Interessant ist der Vergleich mit Fa. Voran in Österreich:
    Im Prospekt von 1993 zu den Korbpressen wird kein Pressbeutel verwendet, jedoch 2 Drainageeinlagen. Im Foto wird direkt in den blanken Presskorb gemahlen.
    Im aktuellen Prospekt von 2007 wird ein Presskorb mit eingelegtem Pressbeutel gezeigt und in der Beschreibung zum Liefervorgang ausgewiesen. Die Drainageeinlagen sind auf 3 Stück angehoben. Nun bin ich gespannt, ob Voran die Anzahl seiner Einlagen und evtl. das Material von Teppichrasen auf Teppichboden verändern wird.
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Wasserpresse mit Druckluft betreiben

Frage
Mit Interesse haben wir Ihre Berichte über die Obstpressen gelesen. Wir pressen zurzeit mit einer Speidel 180 Liter Wasserdruckpresse, allerdings nicht mit Wasser, sondern mit Druckluft. Erhitzen tun wir den Saft mit einer EHA18 Maschine der Firma Gebhardt. Das Abfüllen geht etwas schneller als das Pressen, so dass wir uns überlegt hatten, auf eine Packpresse umzustellen. Nach dem wir Ihre Berichte gelesen hatten, werden wir wohl eher eine zweite Hydropresse anschaffen, so sind wir flexibler und die Anschaffungskosten bleiben in akzeptablem Rahmen. Wie sind da Ihre Erfahrungen?

Antwort von Wilfried Marquardt am 23.06.2008
Grundsätzlicher Hinweis zu Ihrem Pressverfahren mit Druckluft:
Wenn Ihnen die Gummimembrane aus irgendeinem Grund platzen sollte, ist das lauter als das Platzen eines Autoreifens und hat im Pressumfeld eine verheerende Wirkung. Das Ganze ist schlicht lebensgefährlich, was Sie da praktizieren. Platzt die Membrane mit Wasserfüllung, gibt es nur ein kurzes Puff-Geräusch und Wasser tritt aus. Sie haben dann nur verdünnten Saft, was auch ärgerlich ist, aber Sie kommen unverletzt und mit dem Leben davon.


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ZeichnungOP40

Rasterbolzen wenden

Frage
von meinem verstorbenen Schwiegervater habe ich eine fast ungebrauchte Presse OP 5 geerbt. Ich schätze das Alter auf etwa 4 - 5 Jahre. Ihre Bedienungsanleitung habe ich mir ausgedruckt.

Meine Frage: Warum gelingt es mir nicht, die Gewindespindel nach unten zu drehen? So viel ich auch drehe, die Gewindespindel bewegt sich nicht nach unten, sondern bleibt in oberster Stellung. Liegt hier evtl. ein mechanischer Schaden vor?

Antwort von Wilfried Marquardt am 09.09.2008
Ihre Frage kann ich so aus der Ferne ohne greifbare Details nicht beantworten. Vielleicht haben Sie das Übersetzungsdruckwerk nicht mit dem Rasterbolzen festgestellt. Hierfür wenden Sie bitte nur den Rasterbolzen.


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Steuerung der Hydraulikpumpe für Packpresse

Frage
ich habe eine alte Bucher Packpresse (Rostengröße 80 cm) die insgesamt gut funktioniert. Allerdings kann ich den Druckaufbau beim Pressen nur mit ein oder aus, also nicht stufenlos steuern. Gerade der stufenlose Druckaufbau dürfte die Ausbeute erhöhen und vor allem das abfließen des Mostes erleichtern und den Trubanteil minimieren. So meine Vorstellung. Können Sie mir sagen wie man so etwas nachrüsten kann bzw. wer so etwas macht?

Antwort von Wilfried Marquardt am 18.05.2010
ob es für die Steuerung der Hydraulikpumpe Nachrüstmöglichkeiten gibt, entzieht sich meiner Kenntnis. Dies können Sie aber bei einer Firma für Hydraulikanlagen in Ihrem Umfeld erfragen.

Generell ist die Steuerung im kompakten Anlagenteil der Hydraulikpumpe integriert. Es ist nur die vorhandene Pumpe gegen eine moderne Hydraulikpumpe zu tauschen. Diese fällt natürlich etwas größer aus, als bei Ihrem vorhandenen Modell. Mit der regelbaren Pumpe kann der Druck stufenlos über eine Stellschraube von Hand eingestellt werden. Der Motor schaltet bei dem jeweils voreingestellten Druck ab, wenn dieser im Pressvorgang erreicht ist. Nach etwa 8 bar Druckdifferenz (infolge Saftablauf) startet der Motor wieder und der Pressvorgang wird automatisch fortgesetzt. Bei etwa 100 bar Leitungsdruck ist der Hauptsaft abgeflossen und die Pumpe kann dann auf Enddruck gestellt werden.

Als ersten Schritt schlage ich Ihnen vor, Kontakt mit dem Pressenhersteller aufzunehmen. Wenn Firma Bucher nicht liefern kann oder der Preis Ihnen utopisch vorkommt, wenden Sie sich an eine Hydraulikfirma. Achten Sie dann aber darauf, dass der für Ihre Presse maximale zulässige Druck nicht überschritten wird. Also keine überdimensionierte Pumpe mit höherem Enddruck einsetzen.

Auf jeden Fall ist die Umrüstung technisch möglich und auch sinnvoll.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung Ihres Vorhabens.


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