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Mosterei in Reinbek bei Hamburg

Marianne und Wilfried Marquardt
21465 Reinbek, Hermann-Körner-Strasse 15, Tel.: 040 / 722 18 98
E-Mail: Reinbeker@Hobbymosterei.de

 

Eichenholzbehandlung

Holzbehandlung
von Eichenhölzern, die mit Fruchtsaft in Berührung kommen

Korbpressen oder Obstmühlen, deren Bauteile noch aus Eichenholz gefertigt sind, verfärben sich im Kontakt mit Fruchtsaft mit einem unansehnlichen schwarzen Einschlag.
Falls Sie Besitzer eines derartigen Gerätes sind, können Sie die Holzflächen mit geringem Kostenaufwand effektiv und dauerhaft ansehnlich restaurieren. Lediglich der Arbeitsaufwand ist ausserordentlich zeitaufwändig. Bei dem nachfolgend beschriebenen Verfahren geht es um die Holzbehandlung mit Rindertalg.Presskorb aus Eichenholz

Der nebenstehende Presskorb einer 50 Liter Spindelkorbpresse ist seit 1984 bei uns im Einsatz und wurde 1990 von uns aufgearbeitet und mit Rindertalg endbehandelt. In diesem Zusammenhang wurden die Stahlreifen allseitig mit Kelterlack gestrichen und die angerosteten Holzschrauben gegen Edelstahlschrauben getauscht.

Bevor Sie sich den preiswerten Rindertalg bei einer noch tätigen Schlachterei oder vom Schlachthof beschaffen, prüfen Sie erst, wie tief die Schwarzfärbung in das aufzuarbeitende Eichenholz eingedrungen ist. Hierfür setzen Sie am Besten einen Bandschleifer ein. Lässt die Schleifprobe nach kurzzeitigem Schleifen ein helles, frisches Eichenholz erkennen, lohnt die Restaurierung.

Falls Sie den Presskorb einer Spindelkorbpresse aufarbeiten wollen, muss der Korb zerlegt werden. Vorher nummerieren Sie die Stäbe an der Unterseite mit einem wasserfesten Stift, damit der spätere Rückbau auch problemlos wieder möglich ist.

Nachdem der Korb zerlegt ist, werden die Sichtflächen geschliffen und trocken mit Putzlappen gereinigt.
Vor der Imprägnierung mit heißem Rindertalg werden die Hölzer in einem Wärmeofen auf ca. 90° C erhitzt. Danach Hölzer mit heißflüssigem Rindertalg behandeln. Hier kommt es darauf an, dass eine tiefe Porensättigung stattfindet. Bei Holzstäben bietet sich das Tauchverfahren an. Bei Flächen, wie z.B. dem Mühlentrichter, wird die Oberflächenbehandlung mit einem Pinsel im Streichverfahren vorgenommen.

Nach Abkühlen der Hölzer wird der an den Oberflächen anhaftende Talgbelag mehrfach mit Putzlappen abgerieben und so entfernt. Damit ist das Holz dauerhaft gegen Fruchtsäfte imprägniert. Der Rückbau kann erfolgen. Bei der späteren Gerätereinigung darf nur Kaltwasser verwendet werden. Warmes oder heisses Wasser würde die Oberflächen nach und nach auslaugen. Auch dürfen die so behandelten und gereinigten Teile nicht direkt der Sonne zum Trocknen ausgesetzt werden.

Wenn Sie diese Hinweise berücksichtigen, verfügen Sie dauerhaft über ein optisch ansprechendes Gerät. Vielleicht tauschen Sie bei dieser Gelegenheit gleich die rostigen Stahlteile gegen Edelstahl aus.

Noch ein wichtiger Hinweis zur Rindertalggewinnung:
Der vom Schlachter (Metzger) beschaffte Rindertalg ist noch mit Fleisch- und Knochenresten verbunden. Er muss vor der Holzbehandlung im gesonderten Verfahren ausgekocht werden.
Hierfür großen Kochtopf auf Einzelkochplatte wählen. Auf jeden Fall nicht in der Küche oder sonst wo im Gebäude kochen. Die Kochdämpfe sind penetrant intensiv und lagern sich an den Rauminnenflächen ab. Der Geruch ist noch nach Wochen wahrnehmbar und vergrämt Ihnen den Appetit auf gebratenes Fleisch. Auch im Freien sollten Sie die Kochdämpfe nicht einatmen. Wer davon zu viel inhaliert, wird Vegetarier ;-)).
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung.

Wilfried Marquardt, 16. Juli 2002

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Siehe auch Buchenholzbehandlung  

 

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