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Im Allgemeinen kommen Presskörbe aus Buchenholz ohne weitere Schutzbehandlungen aus. Dies gilt sowohl für die Innen-, wie für die Außenseiten. Vorausgesetzt, die relative Luftfeuchtigkeit der Umgebungsluft steigt nicht für längere Zeit über 70 %.
In ungeheizten Kellerräumen pendelt die rel. Luftfeuchtigkeit zwischen 65 bis 85 %. Nach der Geräte– und Raumreinigung steigt sie sogar bis 93 %. In einem solchen Feuchtigkeitsumfeld trocknet das Buchenholz nicht ab. Es bleibt feucht. Zusammen mit abgelagerten Restzuckern in den Mikroporen der Holzoberfläche bilden sich Schimmelflecken. Dieser Zustand bildet sich vornehmlich auf der Außenseite des Presskorbes. Die Innenfläche ist davon nicht betroffen.
Eine laufende Reinigung mit dem Hochdruckreiniger kann den Befall nicht verhindern. Die Schimmelflecken lassen sich selbst mit Haushaltsreinigern oder Heißwasser nicht beseitigen.
In derartigen Fällen ist eine Schutzbehandlung mit Rindertalg angeraten. Die Holzoberflächensanierung sollte in der Sommerhitze und im Freien erfolgen.
Die Hölzer des Presskorbes werden vor der Demontage nummeriert, damit der Rückbau keine Probleme aufwirft. Danach werden die Hölzer allseitig mit einem Bandschleifer bearbeitet, bis das helle Buchenholz hervortritt.
Von Staub befreit sollten sie vor der Behandlung etwa zwei Stunden in der Sonne vorgeheizt werden. Hierbei entweicht Restfeuchte aus dem Holz, so dass das Porenvolumen mehr Heißfett aufnehmen kann.
Die Behandlung mit Rindertalg sollte vorzugsweise im Tauchverfahren bei Siedetemperatur erfolgen. Jeder Tauchgang dauert etwa eine Minute, damit das heiße Fett tief genug eindringen kann.

Anschließend wird jedes Holz auf einer Metallschale zum Abtropfen abgestellt. Noch im warmen Zustand wird jeder Holzstab von dem Resttalg mit Putzlappen entfernt und trocken gerieben. Es bildet sich dann ein matter Glanz. Durch die Behandlung bekommt das Buchenholz eine schöne Tönung und nebenbei zeichnet sich die Holzmaserung deutlich ab.
Beim Rückbau der Stäbe sollten evtl. vorhandene Stahlschrauben gegen Edelstahl getauscht werden. Stahl im Holz rostet über den Feuchtigkeitseintrag, der über die feinen Risse um das Schraubloch stattfindet. Das Holz um die Roststelle wird zerstört. Die Talgbehandlung verhindert diesen Vorgang nicht, sondern mindert ihn nur.

Ein solch behandelter Buchenholzpresskorb braucht vor dem Pressbeginn nicht mehr gewässert zu werden. Die Reinigung nach dem letzten Pressen eines Tages erfolgt mit kaltem Wasser. Die Holzporen sind mit Talg gefüllt, so dass Saft oder Wasser nicht mehr eindringen kann.
Wilfried Marquardt, 23. August 2006
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Eichenholz-Behandlung
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