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- Tresterverwertung (02.01.2005)
- Apfeltrester für die Schafe (26.10.2011)
Tresterverwertung
Frage Ebenso wie Sie, möchte ich den Trester sinnvoll weiterverarbeiten, so dass er als Tierfuttermittel eingesetzt werden kann. Was ist Ihre Erfahrung bzgl. minimaler und maximaler Lagerungsdauer unter luftdichten Bedingungen?
Antwort von Wilfried Marquardt am 02.01.2005 Die Tresterlagerung haben wir in der letzten Saison erstmals geübt, weil der Förster kein Interesse mehr am Trester hatte. Die Entsorgung haben wir noch nicht gelöst und suchen jetzt Abnehmer.
Den Trester in Tonnen vergären, wie Wein mit Gäraufsatz oder lose aufgelegtem Deckel. Fest verschlossen kann der Behälter platzen. Die Gärzeit ist wie bei der Weinbereitung von der Umgebungstemperatur abhängig. Wenn das Zeug durchgegoren ist, ist es breiig und in der Farbe beige. Danach sollte er fest verschlossen gelagert werden. Bei Sauerstoffzutritt schimmelt die Oberfläche und kann als Tierfutter nicht mehr verwendet werden.
Apfeltrester für die Schafe
Frage Haben Sie Erfahrung in der Nutzung der Reste - Trester - als Viehfutter? Da wir Schafe haben denke ich darüber nach - und probiere aus - ob die Reste, in Fässer gedrückt und luftdicht verschlossen, eine Milchsäuregärung durchlaufen, so dass die Reste im Winter verfüttert werden können. ( ähnlich wie Sauerkraut oder Maissilage) Bei der mobilen Mosterei würde viel davon anfallen - da steckt bestimmt Potenzial in der Größe der Herde...
Über eine Antwort und Einschätzung von Ihnen würde ich mich sehr freuen.
Antwort von Wilfried Marquardt am 26.10.2011 Apfeltrester ist ein hochwertiges Futtermittel, wenn der Trester richtig aufbereitet wird. Zu den positiven Gesundheitsaspekten der Tresterschlempe möchte ich mich hier nicht weiter auslassen, weil ich mich nicht dem möglichen Zorn von Tierärzten aussetzen möchte, die begründet um Honorareinbußen bangen würden.
Im Gegensatz zu Sauerkraut oder Maissilage findet keine Milchsäuregärung, sondern eine Alkoholgärung, wie bei der Weinbereitung statt. Vergoren wird der restliche Zucker im Trester, der aus der Maische nicht mehr abgepresst werden konnte. Wenn Sie mit Ihrer Pressanlage etwa 55 G-% Saftausbeute haben, verbleiben 42 Gewichtsprozente Saft und nur 3 G-% Fasermaterial. Im Zuge der Trestergärung wird nicht nur Alkohol produziert, sondern das gesamte Material nahrhaft aufbereitet. Im Gärprozess zerstören die Weinhefen das Zell- und Pektingerüst der Fruchtstückchen, so dass der bisher nicht abpressbare Saft freigesetzt und so vergoren werden kann. Zudem ändert das Futtermittel sein Aussehen und seinen Geruch. Es ist nach erfolgreicher Gärung breiiger geworden und sieht jetzt hellbraun aus. Harte Tresterstückchen gibt es nicht mehr. Der Geruch ist angenehm würzig alkoholisch. Der so vergorene Trester heißt jetzt Tresterschlempe. Der Duft lockt Nutz- und Wildtiere gleichermaßen an. Wird das Futter nicht portioniert zugeteilt, torkeln die Tiere alkoholisiert und übermütig herum, so wie wir es früher als Halbstarke auch mal waren.
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Wird Apfeltrester wie hier in einer offenen Tonne zwischengelagert, siedelt sich in wenigen Tagen Schimmel an. Dieser weiße Schimmelrasen entstand innerhalb 2 Wochen unter Dach im Freien, bei einer Außentemperatur von 6 °C im Monat November.
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Die richtige Aufbereitung des Tresters setzt bereits beim Produzenten in der Mosterei ein. Wenn der Trester erst offen auf dem Anhänger in der Mosterei zwischengelagert wird, ist er dem Verderb mit Schimmelbildung ausgesetzt. Soweit ich in meinem Umfeld über die Jahre beobachten konnte, war bisher kein Tresterabnehmer in der Lage, von sich aus den Trester richtig zu vergären. Landwirte, Förster und die Jäger hatten alle die Vorstellung einer Silage. Silage heißt "offene Behältergärung mit Sauerstoffzutritt". Das funktioniert natürlich nur mit Futtermaterial, das keinen süßen Saft mitführt. Weil Kernobsttrester aus Hobbymostereien im Mittel noch 35 % Saft beinhalten, ist dieser Trester wie Obstwein zu vergären. Das heißt, die Gärung hat unter Sauerstoffabschluss, bei mindestens 20 °C Umgebungstemperatur zu erfolgen. Wird die Mindest-Temperatur um 5 °C unterschritten, dauert die Vergärung 6 Monate. Wird die Mindest-Temperatur um 5 °C überschritten, ist die Gärung bereits nach 3 Wochen beendet und das Material kann verfüttert werden. In einer Backstube mit 30 °C Raumtemperatur ist der Trester nach einer Woche vergoren. Wohl dem Schäfer, der einen Schwager als Bäckermeister hat.
Für die Vergärung
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Tresterfass mit 60 Liter Inhalt wird mit Trester gefüllt und lagenweise mit einem speziell für Fässer angefertigten Stampfer festgestampft.
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sollten handliche Kunststofffässer mit 60 Liter Inhalt verwendet werden, die mit Deckel und Spannring ausgestattet sind. Siehe hierzu das angehängte Foto. Während des Transportes ist das Fass geschlossen zu halten. Am Aufstellort (Gärraum) wird nur der Spannring gelöst, ohne den Deckel weiter anzuheben. Dies ist erforderlich, damit die bei der Gärung entstehenden Druckgase entweichen können. Der Deckel muss immer eng aufliegen, damit keine Sauerstoffeinspülung erfolgen kann. Nach Abschluss der Gärung wird das Fass wieder mit dem Spannring fest verschlossen, bis der Inhalt verfüttert wird. Wird das Fass während der Gärung geschlossen gehalten, kann es infolge Gärungsüberdruck bersten.
Wenn Sie Ihre Schafe die letzten 6 Wochen vor der Schlachtung mit Tresterschlempe ergänzend zufüttern, erhalten Sie ein zartes (durch die Fruchtsäure) und wohlschmeckendes Fleisch / Schinken / Wurst etc.
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Dieses Tresterfass mit 220 Liter Inhalt wird mit einer Hebekarre auf Anhängerebene angehoben. Ist das Fass erst einmal auf der Ladefläche, kann es in gekanteter Stellung einfach von Hand an jede Stelle gerollt werden.
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Die Fassgröße von 60 Liter hat nichts mit der Gärung, sondern nur mit dem Hantieren zu tun. Wenn der Trester lagenweise fest in das Fass gestampft wird, wiegt es brutto 48 Kg. Das Trestergewicht beträgt 45 KG, das ist die Menge aus 160 Kg Äpfeln.
Größere Fässer haben den Vorteil, dass sie bei Raumnot weniger Platz einnehmen und zügiger durchgären, als die kleinen Fässer. Dann sollte man sich aber eine Fasskarre mit Kippvorrichtung und eine Hebeeinrichtung zulegen.
Die vorgenannte Aufbereitungsart ist im Hobbybetrieb oder Nebenerwerb die sicherste und effektivste Methode.
Trester in der Erdgrube vergären Als es vor 30 Jahren die preisgünstigen blauen Kunststoff-Fässer mit Deckel und Spannring noch nicht gab, entsorgten wir unseren Trester beim Förster im nahegelegenen Wald. Dieser hatte für die Trestergärung und Einlagerung im Rotwildwald eine Erdgrube angelegt. Auf einer Fläche von 2 x 6 Meter wurde der Boden einen Spatenstich tief ausgehoben und seitlich als Anhäufelung gelagert. Die offene Grube hatte so eine Tiefe von 40 cm. Der Boden und die Seitenwände waren mit einer 0,2 mm starken Baufolie ausgekleidet. In diese mit Folie ausgekleidete Grube entsorgte ich wöchentlich meinen Trester. Die Abdeckung bestand ebenfalls aus der gleichen Folie und überdeckte die umlaufenden Erdränder um etwa einen Meter. Damit die Folie nicht vom Wind abgehoben werden konnte oder Tiere sich nicht unerlaubt und vorzeitig dem vergnüglichen Verzehr hingeben konnten, wurde die gesamte Einheit jedes Mal mit Zweigen und Buschwerk abgedeckt. Als ich einmal zum Schluss der Saison unvorsichtig am Grubenrand in die bereits vergorene Tresterschlempe versank, war ich hierüber sehr erschreckt. Einmal darüber, dass ich überhaupt darin einsinken konnte. Lief ich doch vormals auf festem Trester herum. Andererseits über die Verfärbung von mittelbraun nach hellbraun bis fast gelb. Und dann der starke Duft mit der für mich noch unbekannten Gewürznote. Auf jeden Fall funktionierte diese Art der Trestervergärung.
Nachdem meine herbstlichen Lieferungen beendet waren, wurde die Grube oberhalb der Folie mit einer Lage Strohballen gegen Kälte abgedeckt und darauf wieder die Zweige. Als dann bei Frost für das Rotwild Nahrungsmangel bestand, wurde die Grube an der Schmalseite in 25 cm-Streifen zur Verfütterung für wenige Stunden freigelegt. Die Zeit richtete sich nach den Minusgraden. Wichtig war, dass die Tresterschlempe nicht gefriert. So weit zu meiner Tresterentsorgung im letzten Jahrhundert.
Tresterkekse Dann gibt es noch die gewinnbringende Möglichkeit, aus dem Trester richtig Profit zu schlagen.
Der Trester wird nur zu einem Teil vergoren, so dass er noch nicht breiig ist. Dann werden daraus in rundlichen Formen Kekse gepresst und auf Blechen, Rosten etc. in Zugluft getrocknet. Diese Kekse bieten Sie in abgepackten Tüten Ihren Besuchern der Schafweide zum Kauf an, damit diese damit Ihre Schafe verwöhnen dürfen.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Trestergärung.
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